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Kriegstagebücher

Leider gibt es fast keine Kriegstagebücher dieser Einheiten, es sind jedoch einige ärztliche Kriegstagebücher in den Archiven verblieben.

K- Flottille 261 Zeitraum 18 Septemper 1944 - 15 November 1944

18.09.1944 Bad Schwartau

Abtransport der Flottille in zwei Toerns. Ausrüstung aus Zeitmangel nur teilweise vervollständigt. Es fehlen: Prophylaxematerial, Pflichtschutzbehandlungskasten, Akkulampen.

Verteilung des Sanitätspersonals für den Transport

1.Zug

San. OB.Gefr. B..........

San. Ob.Gefr. R...........

( San.Abt. im Personenwagen )

2. Zug

San. Mt. B....... mit Sankawagen.

Das Dach des Sankas ist mangelhaft gekennzeichnet. Weiss spritzen und Kennzeichnung mit Rotem Kreuz bei der 5. MKwa. Steinkoppel.

20.09.1944 Blaukoppel

Ausrüsten der K.Flottille 262, die in den gleichen Einsatzraum geht. Der San. Mt. M..... und das übrige Pers. trifft erst sechs Stunden vor Abfahrt der Flottille ein. Das gesamte San. Pers. ist noch nicht grau eingekleidet, ebenfalls ist die San. Ausrüstung noch nicht beschafft. Auf dringende Bitte des Flottenchefs 262 übernimmt Flottillenarzt der 261 noch die Beschaffung der Ausrüstung und Einweisung des San. Personals.

21.09.1944 Lübeck

Abfahrt Flottillenarzt 261 auf Anordnung des Chefs des Lehrkommandos 250 zum Lager Kappeln zwecks Unterstützung des dortigen Lagerarztes bei den Untersuchungen für neu aufzustellende Flottillen.

23.09.1944 Hurup

Einrichten eines Reviers im Keller des Hotels Hurup durch San. Mt. B.......

25.09.1944 Kappeln

Untersuchungen im Lager Kappeln beendet. Anwesentheit nicht mehr erforderlich.

29.09.1944 Aalborg

Fahrt mit anwesenden Kr.Kw. der K.-Flottille 261 von Haka Aalbirg nach Hurup. Nach Vereinbarung mit Flottillenchef 261 zunächst Gesundheitsbesichtigung der K.-Flottille 262 in Langaa.

28.09.1944 Langaa

Besichtigung der Unterkünfte und hygienischen Einrichtungen sowie des Reviers. Die Unterkünfte der Männer sind ohne Heizungen. Schlafen mit einer Decke auf Strohsäcken am Boden. Häufiges Auftreten von Erkältungskrankheiten, da vorwiegend feuchte und kalte Witterung.

Vorschlag: Beschaffung von Öfen, Kojen und einer zweiten Decke. In der San. Ausrüstung sind außer einigen Pinzetten keine Instrumente. Es fehlen Skalpell und Gefäßklemmen. Anordnung an US-Maaten, die fehlenden Ausrüstungsgegenstände im Mar. Lazarett Frederikshavn bzw. sind durch Kurier bei der Strandkoppel zu ergänzen.

3.10.1944 Langaa

Die Abortanlagen des im Walde wohnenden Kraftfahrpersonals sind nicht ausreichend. Verschiedentlich Fäkalienreste im Wald und an den Wegen. Anordnung weitere Senkgruben  sind anzulegen. Die selbstverantwortliche Ressortstellung des US-Maaten muss erst nachdrücklich klargestellt werden, da offensichtlich bei Offizieren und Port.Uffz. zunächst das Bestreben besteht, auf Grund des höheren Dienstgrades in sanitätsdienstlichen Dinge hineinzureden. Der San.Mt. M.......... erhält nach dieser Klarstellung nochmals Anweisung, seine Rechte in Fragen des Sanitätsdienstes geltend zu machen.

5.10.1944 Langaa

Rücksprache mit Kpt.z.S. B........., der empfiehlt, alle drei bis vier Wochen in ständigem Wechsel den Gesundheitszustand der Flottillen zu überwachen. Fahrt mit E-Stab B...... zur K.-Flottille 261.

24.09.1944 Hurup

K.-T.-B-- Führung 261 vom 23.09. bis 4.10.1944 San.Mt. B..  : ( mündlicher Bericht an den Flottenarzt )

Ärztliche Versorgung der außerhalb Hurup liegenden Soldaten durch Maaten und einen San. Dienstgrad gleichzeitig mit dem LKW der Essensausgabe.

25.09.1944 Hurup

Erstes Auftreten von Erkältungskrankheiten, sofortige Beschaffung einer zweiten Decke für alle. Desinfektion der im Hotel ( Offiziers- und Port.Uffz. Unterkunft) befindlichen Abortanlagen notwendig ( Pediculi pubis ). Die ambulante Behandlung mit Reviermitteln nicht durchführbarer Therapiemassnahmen wird von der Abteilung des Luftwaffen-Lazarettes Aalborg sowie dem Truppenrevier Hadsund ( Oberarzt M .... ) übernommen.( Bestrahlungen pp. ).

4.10.1944 Hurup

Beim Maschinenpersonal treten vereinzelt bei längerem Arbeiten im Kampfmittel ähnliche Erscheinungen von Benzin- Benzinräuschen auf, wie bereits mehrfach bei Lehrkommando 250 beobachtet. ( Akutes, flüchtiges Vergiftungsbild ).

6.10.1944 Hurup

Rückkehr Flottillenarzt. Besichtigung der Unterkünfte, hygienischer Einrichtungen und Reviers. Die Ortsunterkunft im grossen Saal eines Hotels ist einwandfrei, Männer haben Heizung, Kojen und zwei Decken. Offiziere und Port.Uffz. wohnen in nicht beheizbaren Hotelzimmern, Küstenstaffel und Kraftfahrer wohnen 8 km entfernt im Wald bei Solbjerg. Die Küstenstaffel ist bis auf zwei Gruppen in dafür hergerichteten beheizten Ställen und Scheunen eines in der Nähe liegenden Gutes. Kraftfahrer auf den Fahrzeugen, zwei Gruppen Küstestaffel in Zelten, Abortanlagen in ausreichendem Maße vorhanden und in hygienisch einwandfreiem Zustand. Kombüse und Lebensmittelräume vorbildlich. Verpflegung äusserst reichlich.

9.10.1944 Hurup

Gesundheitsbesichtgung: Allgemeinzustand ausgezeichnet. Zähne bei etwa 30 % kariös. Laufende Behandlung bei der Luftwaffenzahnarztstation Aalborg. Bei dem ausserhalb wohnenden Küstenpersonal und Kraftfahrern häuft sich das Auftreten von impetiginösen Erscheinungen, Mykosen, Follikulitidem und Furunkeln, zurückzuführen auf mangelnde Reinigung. Vereinzelt auch hier Pediculi pubis.

10.10.1944 Hurup

Ein Fall einer frischen Lues I ( P.A. ). Ansteckungsquelle in Deutschland bekannt und gemeldet.

Ein Wachposten wird nach eigenen Angaben von drei Männern überfallen. Ärztliche Feststellung: Schussbruch linker Ringfinger, Nahschuss, Innenhand und Wunde von Pulverschmauch verfärbt, Finger hängt an der Beugesehne im Grundgelenk. Die Durchtrennung der Kleidung durch angeblichen Messerstich erscheint artefiziell, zumal sich keine Verletzung findet, die bei einem mit  solcher Gewalt geführten Stich und bei der Richtung des Einstiches hätte vorhandensein müssen. Weitere Ermittlungen wurden durch Feldgendarmerie geführt. Amputation im Luftwaffenlazarett-Aalborg. ( Tennisschlägerschnitt )

11.10.1944 Hurup

Drei als Zusatzverpflegung geschlachtete Schweine nach Fleischbeschau ärztlich freigegeben.

Ärztlicher Unterricht in Erster Hilfe und Wiederholung der Grundthemen für Biberfahrer wird neben  anderem  Unterricht durchgeführt.

12.10.1944 Hurup

Ergänzung von Verbrauchsmitteln beim Mar. Lazarett Frederikshavn. Beschaffung von Wehrbetreuungsmaterial.

17.10.1944 Langaa

Gesundheitsbesichtigung bei K.-Flottille 262. Auch beginnen sich bei dem unter ungünstigen hygienischen Bedingungen lebenden Küsten- und Kraftfahrzeugpersonal impetiinöse Erkrankungen zu häufen. Erstes Auftreten von frischen Go. Fällen. Die Männer klagen vereinzelt bereits über rheumatische Beschwerden. Unter Hinzunahme einer heizbaren Turnhalle wird deshalb auch das Kraffahrpersonal in einer festen Unterkunft untergebracht.

21.10.1944 Aarhus

Ärztetagung im Raum Dänemark:

Luftwaffenlazarett Aarhus, Vortragender: Mar.Ob.Stbs.Arzt Prof.Dr. Orzechowski.

Thema: Toxikologie und Symtomatik neuer Kampfstoffe

Es wird der Wirkungsmechanismus der Cyan-, Arsenwasserstoffe und der Oxime behandelt. Anschließend allgemeine Aussprache und Austausch von Fronterfahrungen im Westen mit Heeres- und Luftwaffenärzten.

22.10.1944 Hurup

Ausgabe von Kondomen, Belehrung über die Gefahr von Geschlechtskrankheiten, Verbot des Verkehrs mit der Zivilbevölkerung durch Flottillenchef. Zur Durchführung der Pflichtschutzbehandlung wurde 20% tige Protargollösung bereitgehalten, das Selbstbeschaffung eines Prophylaxekastens von Strandkoppel bei Auslaufen untersagt wurde.

25.10.1944 Lindenborg

Verhandlung mit Graf H. von Schimmelmann über Winterunterkünfte auf Schloß Lindenborg. Die Häufung reiner Erkältungskrankheiten bei dem im Walde wohnenden Personal zwingt trotz des Baues von kleinen Holz- Strohhütten zur Suche nach Winterquartieren.

26.10.1944 Hurup

Verlegungsbefehl. Ergänzung der San.Ausrüstung für den Einsatz soweit möglich im Luftwaffenlazarett Aalborg. Der Motor des Sankaswagens ist irreparbel beschädigt. Austausch des Sankas für Einsatz mit 262.

28.10.1944 Hobro

Verladen der Flottile zur Fahrt in den neuen Einsatzraum. Verteilung des San. Personals:

1. Transport:

San.Ob.Gefr. B.......................

San.Ob.Gefr. R.......

2. Transport

Flottillenarzt,

Dan. Mt. B...............

Die Ausrüstung wird gleichmässig auf beide Transporte verteilt. Auf beiden Transporten keine Ausfälle.

31.10.1944 Groningen

Ankunft des 2. Transportes am Marschziel. Der 1. Transport ist noch nicht eingetroffen. Mit dem Kraftfahroffizier, Oblt. ( Ing. ) H...... gemeinsam, der die Ausladung überwacht, wird der 2. Transport in einem Park in der Nähe der Verladerampe zunächst abgestellt, da weitere Befehle nicht bekannt sind. Nach Eintreffen Flottillenchef Unterbringung der Männer bis auf Wachpersonal in festen Quartieren in der Rabenhauptkaserne Groningen.

1.11.1944 Groningen

Sankawagen und San. Personal ebenfalls zur Kaserne verlegt. Revierbetrieb provisorisch in einer Mannschaftstube. Behandlungen, die besondere Betreuung benötigen ( Bestrahlungen u.a. ), werden im 400 Meter entfernten Standortrevier durchgeführt. Ein Fall von Kleiderläusen, übertragungsweise wahrscheinlich durch neue Hemden aus dem Bekleidungslager Frederikshavn. Nach Aussage des Soldaten befanden sich in den gelieferten neuen Hemden Läuse?! ( Benachrichtigung Frederkshavn ). Entwesung im Zivilkrankenhaus Groningen. ( In der Entlausungsanstalt keine Vorrichtung für Einzelentlausungen ) Umgebungskontrolle negativ.

2.11.1944 Groningen

Flottille verlegt in den Einsatzraum. San. Personal wird wie folgt verteilt: San.Ob.Gefr. B............. auf Zgkw. in der Mitte der Kolonne.

Sankawagen am Schluß der Kolone mit San. Ob.Gefr. Reese. ( Gem. Befehl des leitenden San. Offiziers im Raum Nordholland wurde Sanka zuvor im H.K.P. völlig weiss gekennzeichnet und mit fünf roten Kreuzen versehen ).

Arztwagen mit Flottilenarzt und San.Mt B....... wird als provisorischer Krankentransportwagen eingerichtet und fährt laufend die Kolonne ab. Es werden drei Punkte in der Marschroute angegeben, an denen der Arzt die Kolonne passieren lässt und zu erreichen ist. Bekanntgabe der Lazarette an der Marschroute an die Kraftfahrer Einzelmarsch zum befohlenen Ziel.YYYYYYYYYYY

3.11.1944 Haarderwijk

Nach Ankunft der Kolonne Abstellung des Sankas auf dem Gelände einer durch rotes Kreuz deutlich gekennzeichneten Lungenheilstätte. Gleichzeitig Sanatorium als G.V.P. für einen, bei den geringen Tarnmöglichkeiten des dem Gegner als Abstellplatz für Kolonnen bekannten Geländes, ( Ersatzlager Regiment General Göring ) , zu erwartenden Tagesangriff.

18:00 Uhr

Weitermarsch wie am Tage zu-vor. Der Sankafahrer erhält Befehl, an ausfallenden Fahrzeugen, nach Anfrage , ob Versorgung von Verletzten notwendig ist, weiter der Kolonne nachzufahren und wegen der Gefahr von Tieffliegerangriffen auch nachts nicht in der Nähe haltender Fahrzeuge stehen zu bleiben.

4.11.1944 Rotterdamm

Tagesaufenthalt der Kolonne im Maastunnel. Nach Einbruch der Dunkelheit Weitermarsch zum befohlenden Ziel. Arztwagen mit Oblt. z.S. S....... und Flottillenarzt vorraus zur Vorbereitung der Unterkünfte. Beim Zurückfahren, der Kolonne entgegen,Antreffen eines LKW, der in der Dunkelheit auf eine Panzersperre aufgefahren ist. Der Btsmt. A.... ( Biberfahrer ) wird dabei mit dem rechten Fuss zwischen Eisensperre und Kotflügel geklemmt, da er auf dem Stb.- Kotflügel fährt. Amputation ( Pigoroff-Stumpf ) im Mar. Lazarett Rotterdam. Es ist dies ein mehrfach auch bei anderen Einsätzen aufgetretetener Unfall, der in den wenisten Fällen glimpflich abläuft.

Ärztlichseits ist zu fragen, ob die millitärische Sicherungsnotwendigkeit immer so groß ist,daß wertvole Soldaten mit Spezialausbildung auf dieser Weise gefährdet werden und für die weitere Verwendung durch Herabminderung ihrer Kriegsbrauchbarkeit oder Unfalltod ausfallen. Zum Teil verfielen im Erkennen dieser Gefahr einzelne Sicherungsposten selbst auf die Idee, statt auf dem Kotflügel auf dem dahinterliegendem Trittbrett zu fahren, von wo aus auch die Befehlübermittlung an den Fahrer günstiger war.

Bei der K.-Flottille 261 ist dies in zwei Einsätzen bisher der vierte Unfall dieser Art, von denen einerv tödlich, einer mit Verlust eines Fußes und zwei mit relativ günstigem Ausgang nach mehrtägigem Lazarettaufenthalt verliefen.

5.11.1944 Poortershavn

Aufnahme der Verbindung mit Krankenrevier der 34 M.S- Flott. in Maassluis ( 3 km ) Mar.Stbs.Arzt DR. R...., da in den Anlagen in P. kein geeigneter Raum zur Verfügung steht und Infektionsgefahr bei der herrschenden Enge zu gross ist.

Unterbringung der Flottille in heizbaren Bunkern auf Strohsäcken. Unterstellung des Sankas in gedeckter Halle G.V.P. in bombensicherem Bunker. Bei anhaltened schlechter Witterung weiterhin Zunahme von Katharren der oberen Luftwege und rheumatische Erscheinungen.

8.11.1944 Maasluis

Marinerevier Maasluis als vorläufiges Krankenrevier nach Rücksprache mit Flottillenchef vorgesehen. Arzneimittelergänzungen notwendig. Fahrt mit Ltn. ( Ing.) G................. nach Den Haag, Hemsteede und Amsterdam. Sämtliche Lazarette haben seit einigen Tagen Anweisung, ergänzung ausschließlich auf Marine Lazarett Heiloo zu verweisen und aus Nachschubgründe nichts mehr aus eigenen Beständen anzugeben. Wegen Überlastung des Wagens durch Sauerstoffflaschen und bereits längerer Abwesenheit von der Truppe wird die Fahrt nicht nach Heiloo fortgesetzt ( 12 Std. Sauerstoff Beschaffung durch Lt. (Ing.) G................ stösst auf Schwierigkeiten.

9.11.1944 Amsterdam

Rückkehr zur Flottile

10.11.1944 Poorterhavn

Nach Erhalt der Medikamente erneute Gesundheitsbesichtigung des gesamten Personals. Häufung von Ungeziefererkrankungen: Pediculi pubis, Skabies ( impetiginisiert, Furunkel, Panaritien, Balanitiden bei Phimosen, fast ausschließlich Erkrankungen erschwerter Reinigungsverhältnisse. Die Männer scheuen sich, bei ständig feuchter Kleidung, die nicht gewechselt werden kann, ( angezogen Schlafen in ungeheizten Räumen), gründliche Körperreinigung vorzunehmen. Bademöglichkeiten fehlen wegen der angespannten Brennmateriallage im Einsatzraum vollständig. Die Gebisse des Küstenpersonals und der Kraftfahrer sind bei etwa 60 % bei genauer Durchsicht lückenhaft, karioes und behandlungsdürftig. Einzelne Männer klagen auf Grund mangelnder Kaufähigkeit über Obstipation und Verdauungsbeschwerden. abstellung der Fehler, soweit unter den Verhältnissen mglich. anordnung die Bunker zu heizen. Waschzwang in den krassen Fällen unter Aufsicht.

12.11.1944 Maasluis

Falls die Flottille im Einsatzraum länger bleibt, wird kleineres Wohnhaus mit Ofenheizung und vier Räumen ( 10 Betten ) als Krankenrevier vorgesehen, da das Revier der 34 M.S. Flottille im Hafen bereit liegt und nach dem Einlaufen von Booten bei entsprechender Wetterlage durch Tiefflieger gefährdet ist. Die Verpflegung und Spirituosenzuteilung ist auf Grund der Nachtarbeit bei nasskalten Wetter im Übungsbetrieb sehr reichlich und kalorienhaltig.

14.11.1944 Poorterhaven

Verlegung des gesamten Personals in heizbare Erdbunker, da sonst Gefährdung durch evtl. Gasen der, in den nicht verschließbaren Nachbarräumen, befindliche Kampfmittel. Ausfall San.Mt. B....... durch fieberhafte Angina mit gleichzeitiger nephritischer Reizung. ( Mar. Revier Maasluis ).

15.11.1944 Poortershaven

Nach genauer Kenntnis der örtlichen Verhältnisse nochmalige eingehende Belehrung der Flottille über die Gefahr der Geschlechtskrankheiten. Der Einsatzraum zwischen Rotterdam und Den Haag, besonders das 3 km entfernte Maasluis sind stark versucht mit Gonorrhoe- und Lues- Erkrankungen. Eindringliche Warnung, da es sich in diesen Fällen um sulfonamidresistente Gonokokenstämme handelt. Ursprung der Infektion: Hafenstadt Schiedam. Verschleppung hauptsächlich durch Soldaten. Steugerung der Erkrankungen in einem Jahr seit 1943 um fast 90 % . Die Sulfonamide wurden von Männern und Frauen im Schwarzhandel erworben und zur Selbstbehandlung verwandt. Heilung nach Erfahrungen der Abt. III Njjmwegen ( 600 Betten ) ! und holl. Zivilkrankenhäuser nur durch Radikalmaßnahmen ( Olobinthin-Kuren ), durchschnittliche Behandlungsdauer 3-4 Monate stationärer. Zunahme der Lues inbesondere seit dem Rückstrom aus Frankreich.

Vorläufiger Abschluß des ärztlichen K.T.B. 15.11.1944

Mar.Ob.Ass.Arzt d.R.

u. Flottillenarzt der K. Flottille 261

 

 

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